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Auf den Spuren des Kaisers
Spox-Interview mit Bernhard
Langer Januar 2009 - von Florian Regelmann
Bernhard Langer ist zwar 51 Jahre alt,
aber noch lange nicht Golf-müde. Langer hat ein überaus
erfolgreiches erstes Jahr auf der Champions Tour in den USA
hinter sich und will auch 2009 wieder angreifen, wie er bei SPOX
erklärt. Außerdem verrät die Golf-Legende, warum Martin Kaymer
keine Grenzen gesetzt sind und wie gut die Chancen stehen, den
Ryder Cup 2018 nach Deutschland zu holen.
Als Bernhard Langer am 27. August 2007 50 Jahre alt wurde,
begann in seiner Golfer-Karriere ein neues Kapitel.
Denn mit 50 Jahren folgt im Normalfall der Wechsel von der
regulären zur Senioren-Tour. So spielt Langer seit 2008 nicht
mehr gegen Tiger Woods und Co., sondern mit seinen ehemaligen
Weggefährten aus der gleichen Altersklasse.
Auch Altstars wie Greg Norman oder Nick Price treten auf der
Champions Tour an. So heißt die Senioren-Tour in den USA. Nur
noch bei wenigen Turnieren, wie beim Masters in Augusta und den
deutschen Events, misst sich Langer mit der Jugend.
Im SPOX-Interview erzählt Langer, ob er noch daran glaubt, auch
hier noch einmal gewinnen zu können.
SPOX: Gratulation zur tollen Saison 2008 auf der
Champions Tour. Ist alles so, wie Sie es sich vorgestellt haben?
Bernhard Langer: Ja, sogar noch besser als ich gehofft
habe. Die Turniere sind bestens organisiert. Wir spielen auf
hervorragenden Plätzen und der Wettbewerb ist auf einem sehr
hohen Niveau.
SPOX: Wie schön ist es, nicht mehr einer der Kürzesten,
sondern einer der Längsten zu sein vom Abschlag?
Langer: Sportlich ist es sehr wichtig, so kann ich
wieder ganz vorne mitspielen. Auf vielen Plätzen ist die Länge
ein fast zu großer Faktor geworden.
SPOX: Waren Sie dennoch enttäuscht, dass es nicht ganz
für den Titel beim Punkteranking Charles Schwab Cup gereicht hat
am Ende?
Langer: Mein Ziel war es, Turniere zu gewinnen, den
"Rookie of the Year"-Titel zu holen und eventuell die Rangliste
oder den Schwab Cup zu gewinnen. Bis auf den Schwab Cup, bei dem
ich Dritter wurde, habe ich alles erreicht. Natürlich war ich da
nicht enttäuscht.
SPOX: Was sind die Ziele für die nächste Saison?
Langer: Ganz einfach: Turniere, ein Major und die
Rangliste wieder zu gewinnen sowie beim Charles Schwab Cup vorne
dabei zu sein.
SPOX: Sie spielen nur noch selten auf den regulären
Touren, aber zumindest auf bestimmten Plätzen haben Sie auch da
immer noch Siegchancen, wie zum Beispiel kürzlich in Hongkong.
Wäre das noch mal eine große Sache, vielleicht doch irgendwie
noch mal ein Turnier auf der European oder US PGA Tour zu
gewinnen? Vielleicht sogar in München?
Langer: Natürlich wäre das eine tolle Sache, aber ist
es eher unwahrscheinlich. Zum einen spiele ich nur zwei oder
drei dieser Turniere, zum anderen sind die meisten dieser
Turnierplätze nicht mehr für meine Altersklasse geeignet.
SPOX: Wie schätzen Sie das deutsche Golf momentan ein?
Wir haben das Glück, Martin Kaymer zu haben. Leider sind er und
Marcel Siem die einzigen Spieler auf der European Tour.
Langer: Es ist gut, dass wir Martin und Marcel Siem
haben. Außerdem spielt Alex Cejka in den USA seit Jahren die
volle Tour. Langfristig wäre es natürlich wichtig, sechs bis
zehn Spieler auf der European Tour zu haben, die sich dann auch
gegenseitig helfen können.
SPOX: Trauen Sie Martin Kaymer Major-Siege zu? Auch
schon jetzt oder in den nächsten Jahren? Gibt es ein Major, wo
sie glauben, das könnte ihm am besten liegen?
Langer: Ich traue Martin alles zu. Wenn er sein kurzes
Spiel noch einen Tick verbessern kann und das Putten höchstes
Niveau erreicht, sind ihm keine Grenzen gesetzt.
SPOX: Wie lange haben Sie vor, noch in Augusta
aufzuteen? Der Platz wird ja leider nicht kürzer.
Langer: Ein paar Jahre werde ich es sicher noch
genießen.
SPOX: Wenn man an Bernhard Langer denkt, denkt man auch
immer an Ihren unglaublichen Fleiß. Sie spielen jetzt "nur noch"
auf der Champions Tour, die Saison ist im Moment gelaufen,
trainieren Sie dennoch schon wieder? Können Sie gar nicht
anders?
Langer: Ich habe nach dem Saisonende Anfang November
zwei Wochen pausiert, dann in Hongkong gespielt und zehn Tage
später das Father & Son-Turnier in Orlando. Danach waren drei
Wochen Urlaub vom Golf inklusive zehn Tage Skilaufen. Seit dem
29. Dezember trainiere ich wieder täglich und bereite mich auf
die Saison 2009 vor, die mit dem "Wendy's Champions Skins Game"
am 16. Januar auf Hawaii beginnt. Mir macht das Trainieren
weiterhin Spaß und nach drei Wochen Pause freue ich mich schon
aufs Golfen. Erfolg kommt nie ohne konzentriertes, intensives
Arbeiten!
SPOX: Das Zweite ist die Akribie, mit der Sie an das
Golfspielen herangehen. Können Sie erklären, woher das bei Ihnen
gekommen ist?
Langer: Ich weiß aus Erfahrung, je besser ich
vorbereitet bin, umso mehr kann ich von mir und meinem Spiel
erwarten. Wenn man ganz vorne mitspielen will, muss man
natürlich auch mehr und sorgfältiger arbeiten als andere.
SPOX: Einer Ihrer größten Erfolge war natürlich der
Ryder-Cup-Sieg als Captain. Warum hat es 2008 aus Ihrer Sicht
für Europa nicht gereicht?
Langer: Die Amerikaner schienen etwas lockerer zu sein
und haben auf einem extrem hohen Niveau gespielt. Einige
Paarungen bei den Europäern haben mich sehr überrascht und drei
unserer Top-Spieler haben wohl nicht ihre beste Leistung
gebracht.
SPOX: Es war im Gespräch, ob Paul Azinger wieder Captain
machen könnte für die USA, dann wurde es Corey Pavin. Nick Faldo
hat gesagt, er würde es auch wieder machen. Was wäre, wenn man
Sie irgendwann noch mal fragt?
Langer: Vorstellen kann ich mir das schon. Andererseits
sehe ich den immensen Zeitaufwand und der damit einhergehende
Verlust eigener Lebensqualität. Außerdem gibt es Spieler wie
Sandy Lyle, Jose Maria Olazabal und Colin Montgomerie, die auch
ihre Erfahrungen einbringen möchten.
SPOX: 2018 soll der Ryder Cup nach Deutschland kommen.
Wie gut stehen die Chancen?
Langer: Wir müssen uns gut vorbereiten und stark
präsentieren, denn es sind auch einige andere Länder
interessiert. Wir müssen alle von diesem Ziel begeistern können.
Von der Regierung, den Behörden, den Sponsoren bis hin zu jedem
Einzelnen, der mit unserer Bewerbung etwas zu tun hat. Dann,
glaube ich, haben wir gute Chancen, nicht zuletzt auch durch die
engen Beziehungen meines Bruders und mir zur European Tour und
dem Ryder Cup Committee. Dort weiß man, dass auf uns Verlass
ist.
SPOX: Sie sollen ähnlich wie Franz Beckenbauer bei der
WM 2006 die Lokomotive der Bewerbung sein. Falls es wirklich
klappt und der Ryder Cup nach Deutschland kommt, wäre das gleich
viel wert wie ein Major-Sieg?
Langer: Das kann man nicht vergleichen. Ein Major Sieg
ist mein individueller Erfolg. Den Ryder Cup 2018 nach
Deutschland zu bringen wäre Teamarbeit vom Feinsten - eine
Riesensache für unser Land, und dazu müssen sehr viele Menschen
beitragen.
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Outside the Ropes Video
Name: Bernhard Langer Geburtsdatum: 27.08.1957
Geburtsort: Anhausen, Deutschland
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